Das Boot, die Geschichte

Nachdem der Yachtkonstrukteur Doug Peterson 1973, mit der von ihm entwickelten und geskipperten GANBARE vor Sardinien, auf Grund eines navigatorischen Fehlers, sie rundeten eine Tonne falsch, den begehrten und 1898 (!) gestifteten 1-Tonnerpokal, nicht gewinnen konnte, bedeutete dies dennoch keinen kommerziellen Rückschlag für den Konstrukteur. Er war der Yachtdesigner, an den sich viele bei ihrer Suche nach dem richtigen Eintonner für 1974 wandten. So auch der Bootsbauer Jeremy Rogers, Gründer von Jeremy Rogers Limited von der die bekannten Serien der Yachten CONTESSA stammen. Die 32-feet Variante wird als Einzelstück auf Anfrage wieder gebaut. Die Werft beschäftigt sich heute allerdings hauptsächlich mit dem Refit alter CONTESSAs.               


Es kam zur Zusammenarbeit und die CONTESSA 35 entstand.


Neben der GUMBOOTS, die von J.Rogers und Craig Osborne bei der 1-Tonner WM ‘74 gesegelt wurde, waren zwei weitere 35-iger am Start, die HATI IV (segelt immer noch in Griechenland, damals gesteuert von Chris Bouzaid NZL, wurde dritte) und die SOLENT SARACEN. Insgesamt waren sieben (!) Konstruktionen von Peterson am Start, sechs davon landeten am Ende der Regatten vor dem englischen Seebad Torquay unter den ersten zehn, darunter die deutsche ELIZA, gebaut von der Werft Burmester, die den neunten Platz belegte. Siegerin der 1-Tonner WM von 1974 wurde allerdings die GUMBOOTS !

1974

Im Heft Nr.18 der Zeitschrift Yacht von 1974 erschien ein Artikel von Svante Domizlaff über den damaligen 1-Tonnerpokal.

Für den vollständigen Artikel klicke: Hier oder auf das Bild.

Ein weiteres Detail des damaligen Cups ist interessant:

Während des Rennens auf der Mittelstrecke erreichte die Crew der GUMBOOTS ein Notruf.

Eine Familie hatte ihr brennendes Boot verlassen und sich in ein Rettungsfloß begeben, die GUMBOOTS unterbrach ihr Rennen und fuhr zum Unglücksort, dort begann das Rettungsfloß bereits zu sinken. Die in Seenot befindlichen Passagiere wurden aufgenommen und das Rennen fortgesetzt.

Die GUMBOOTS erreichte mit den Geretteten das Ziel und brachte sie anschließend sicher an Land. Auf Grund dieser Aktion bekam die GUMBOOTS eine Zeitgutschrift, sie war der Auslöser für die Aufnahme, der bis heute Bestand habenden Regel 62.1 (c) über die Wiedergutmachung bei Hilfeleistungen, in die internationalen Wettfahrtregeln des Segelns.


Ach, und noch eine Geschichte:

Der Name !

Es gilt mit der stark verbreiteten Annahme aufzuräumen, bei „GUMBOOTS“ handelt es sich um die englische Bezeichnung für „GUMMIBOOT“.... Nein, weit gefehlt, es ist tatsächlich das englische Wort für Gummistiefel und das Schiff hat den Namen auch nicht bekommen, weil dort permanent viel Wasser in der Bilge steht, so das man das Leben an Bord nur in Gummistiefeln bewältigen kann, auch das ein Trugschluss. Es ist, nach meinem Wissen vielmehr so, daß die Kinder des Konstrukteurs Peterson den Namen des Bootes von 1973, „GANBARE“, nicht richtig aussprechen konnten oder wollten, herumalberten und daraus „GUMBOOTS“  machten.

Also wurde kurzer Hand der 1-Tonner von 1974, „GUMBOOTS“ getauft. So einfach ist das!

1975

Überraschender zweiter Platz ...


Noch im Herbst 1974, war, soweit mir bekannt ist, die GUMBOOTS auf der Hanseboot in Hamburg zu sehen. Dort kaufte sie der Lübecker Unternehmer und Segler Peter Westphal-Langloh, um mit ihr unter anderem, 1975 vor Newport / Rohde Island in den USA am 1-Tonner-Cup teilzunehmen.


Sie wurde als fast ältestes Boot, Vizeweltmeisterin.


In der Crewliste findet man bekannte Namen, der damaligen, deutschen Offshore-Segelszene.

Hajo Andresen, schrieb für das Heft 22/75 der Zeitschrift Yacht einen Artikel, über die Teilnahme der GUMBOOTS an der WM.


Martin

Stand: Februar 2014

Hajo Andresen über den 1-Tonner-Cup von 1975.

Für den vollständigen Artikel klicke: Hier oder auf das Bild.